Zeitgeist (2018)

Plastic Bomb

Zeitgeist ist ja mal ein vielversprechender Titel. Das Cover der CD wirkt auch cool durchdacht und passt mit den „Zahnrädern der Zeit“ auch gut zum Albumtitel. Visueller Eindruck also schon mal fein. Die Lauscher bekommen schnörkellosen gut schnellen Punk-Rock aufgetischt. Wirkt alles gut abgerundet und ist auch für dieses Genre doch gut abwechslungsreich. Die Texte zeigen sich gesellschaftskritisch, im Gegensatz zur Vorgängerplatte wird aber auch öfter mal auf den Daily-Life-Struggle eingegangen. Kann man so machen und nimmt der Sache die Monotonie. Passt soweit, kein Meilenstein aber solides Dingens 😉 Bescheidener „Applaus, Applaus“! PS: Der letzte Song hat nen besonders starken Text, Horst. Hör mal rein. (Riotkids Records) Moron Dan

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Ox Fanzine

Volle Kraft voraus, das ist das Motto der Luftpiraten um DON KANAILLE auf ihrem zweiten Album „Zeitgeist“. Mit ordentlich Druck und gefühltem Metal-Einschlag brettern die Mecklenburger drauflos. Die Titel sind dabei entsprechend kurz und knackig.
Im Mittelpunkt stehen alltägliche Dinge wie Arbeit, Sinn des Lebens, Gesellschaft, aber auch politische Themen. Die musikalische Entschlossenheit lässt sich leider nicht auf alle Bereiche übertragen.
Die Texte sind nicht immer ganz verständlich, teilweise auch etwas sehr einfach gestrickt. Auch ist im Booklet der eine oder andere Fehler versteckt. Das Artwork ist ziemlich speziell, aber im Punk ist natürlich (fast) alles erlaubt und es hat sicher auch seinen Sinn.
Eine Dauerschleife im meinen CD-Player konnten die Luftpiraten damit noch nicht erobern.. Sven Grumbach

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Away From Life

Don Kanaille nennt sich nicht nur der Bösewicht bei Captain Balu, sondern auch eine Deutschpunk-Band aus Mecklenburg Vorpommern.
Deutschsprachiger Punk-Rock hat es nicht einfach bei mir. Meist ist mir da entweder ist der Zeigefinger zu weit oben, es wird zu viel gejammert oder es ist mir einfach zu holprig. Bei den Meckpommern trifft größtenteils leider letzteres zu.
Lyrisch sind die elf Stücke auf der CD sehr kritisch an der Gesellschaft und dem Staat. Der Gesang ist oft, wenn auch bewusst, gegen die Melodie der Musik.
Musikalisch gibt es dabei keinerlei große Überraschungen. Im Laufe des Albums wiederholt man sich gerne mal. Mein Highlight von Zeitgeist ist der Song Friss die Moral – hier wurde am Ende stark bei Slayer abgekuckt.

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Ugly Punk

Vor vier Jahren habe ich bereits das erste Album der Band besprochen und war offenbar ganz angetan von der Scheibe. Hier kommt nun der zweite Streich der Mecklenburger, die auch hier wieder alles in Eigenregie gemacht haben.
Am Stil hat sich nicht viel verändert und so frönt man weiterhin dem gemeinen Deutschpunk. Der Sound ist besser geworden, aber immer noch roh und angekratzt und auch ein klein bisschen dreckig. Geht gut nach vorne ab. Auch hier wieder nichts wirklich progressives, sondern gut gespielter, solider Punkrock, der keine richtigen Durchhänger hat. Auch textlich kann man über weite Strecken (v)erträgliche Reime vernehmen. Themen und Probleme aus dem Alltag, der Politik und der Gesellschaft werden aufgenommen und meist phrasenfrei und ohne Peinlichkeiten vorgetragen. Passt alles einwandfrei zusammen und so kann man locker das Niveau des Vorgängers halten, wenn nicht gar überbieten. Mit „Zeitgeist“ hat man zudem einen passenden Titel, beschäftigen sich doch alle Songs irgendwie damit.
Wer sich von dem Bandnamen nicht abschrecken lässt, bekommt hier ehrlichen, direkten Deutschpunk geboten, der nicht nur Spaß macht, sondern auch das anspricht, was unter den Nägeln brennt. Viel falsch machen kann man mit dem Erwerb dieser Scheibe jedenfalls nicht. Mirko

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Bierschinken.net

Don Kanaille kommen aus dem schönen „Land zum Leben“ Mecklenburg-Vorpommern.
Und wieder läuft hier eine Band, von der ich noch nie gehört habe. Erstaunlicherweise muss ich sagen, denn die Jungs und der Bärtige machen ihre Sache verdammt gut.
Eine schicke Ladung Punkrock boxt hier über 11 Runden durch die Boxen. Mal was schneller und mal noch was schneller.
Wo ich ja etwas schmunzeln musste war, als der Sänger anfing zu trällern. Man, da könnte man meinen, der Friedemann Hinz ist es persönlich.
Macht die Sache dann nur doof wenn man die ganze Zeit an diesen tätowierten Bastard denkt und sich wundert, warum C.O.R plötzlich so flach kommen?
Egal, soll erstmal nicht stören…
Was ich besonders schön finde, ist dieses peitschende Schlagzeug in fast jedem Song. Musikalisch geht hier schon etwas.
Aber leider holt die Band mich nach mehrmaligen Hören nicht richtig ab.
Es ist etwas vorhersehbar und auch irgendwie nichts Neues.
Was erstmal nicht schlimm ist beim ersten Mal hören, aber dann…Ich persönlich habe mich schnell leid daran gehört.
Empfehlenswert für Leute, die Freude an einer härteren Gangart haben und für die Melodie nicht so wichtig ist.
Trotzdem habe ich den ein oder anderen Hit entdeckt:
„Nicht mein Leben“ und „Konsum“ würde ich für den ein oder anderen Sampler empfehlen können.
In dem Sinne, viel Spaß mit der Bande.

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Underdog – Fanzine

Während die einen jeden Mist konsumieren, davon träumen, Superstar zu werden und sich nach Applaus sehnen, andere nach Harmonie und Zugehörigkeit streben und lieber kuscheln statt kämpfen, agieren Don Kanaille mit Mut und Anstand gegen Abschottung und Flucht in künstliche Paradiese, in denen Tote auf dem Mittelmeer nicht am Strand der eigenen kleinen Insel angespült werden, entwickeln Strategien gegen Gleichgültigkeit, Konsumkoma und SauftouristInnen. Zynismus, Ironie und Feindbilder als Motor, als Wille zum Widerstand und Unmut äußern. Dafür hauen Don Kanaille in die Felle, schrammeln über 4 und 6 Saiten, entwickeln einen treibenden schnellen Rhythmus, der keine Sentimentalität bereit hält, keine Weinerlichkeiten, sondern Trotz, Wut und Rumtata. Der knarzige Schrammel-Style hält keine Mitleidsträne parat und prägt die depressive Grundstimmung, dass neben Schuldzuweisung auch die Inklusion eine Herausforderung darstellt, um den Zeitgeist mit weniger Furcht und Sorge als humorigen Zynismus und Ironie zu begegnen.

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Honig und Stacheldraht (2014)

Allschools

Don Kanaille ist der Anführer der Luftpiraten aus „Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew“ und Herr des großen Luftschiffs Eisengeier. Er spricht mit Akzent und verdreht dabei gerne Worte.“
Stop,… nochmal zurück auf Anfang,… wir sind im falschen Film,… DON KANAILLE erinnern zwar mehr an einen italienischen Mafiaboss, der ein wenig Pech bei seinem Namen gehabt hat oder eben den Anführer der Luftpiraten aus Käptn Balu, als an eine deutsche Punkband – dennoch sind sie eine. Und sogar eine ziemlich gute.
Und dabei sprechen sie weder mit Akzent, noch verdrehen sie dabei gerne Worte. Ganz im Gegenteil. DON KANAILLE gehen straight nach vorne, reden nicht um den heißen Brei herum, sondern bringen ihre Message auf den Punkt. Gegen „Ich häng den ganzen Tag am Handy“-Hipster, aber natürlich auch die klassischen Probleme: Terror, Geld und Rassismus. Gesellschaftskritisch und alles hinterfragend. So wie es sich eben gehört. Insgesamt wird hier guter, deutscher Punkrock geliefert. Ähnlich wie AUF BEWÄHRUNG, ZSK, MISSSTÄNDE,… und wie sie alle heißen.
Musikalisch gibt es, wie textlich, wenige Schnörkel. Warum auch? Funktioniert ja auch so. Und manchmal ist weniger ja auch mehr. Die Gitarre gibt im Hintergrund die Richtung vor, während im Vordergrund roh und hart darauf gesungen/geschrieen wird. Passt.
DON KANAILLE sind bestimmt in jedem JUZ in Deutschland willkommen und werden dieses auch mit Sicherheit zum Beben bringen. Punk ist noch lange nicht tot.

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Bierschinken.net

Don Kanaille?? Das ist doch irgendeine Zeichentrickfigur, oder? Wikipedia erklärt mir, er ist der Anführer der Luftpiraten und Herr des großen Luftschiffs Eisengeier aus Käpt‘n Balu. Aha! Wieder was gelernt (und morgen wieder vergessen!)
Und sonst? Deutschpunkt ist Deutschpunk bleibt Deutschpunk…zumindest was die Musik angeht…finde ich ziemlich ok! Kann man so machen. Die gewohnte Dosis halt.
Obwohl…das was ich an „Honig und Stacheldraht“ besser finde als an dem ansonsten doch recht ausgelutschten Sektor Deutschpunk sind die Texte, die sich anstelle von Gegen Nazis, Saufen, Scheissbullen etc doch (zumindest teilweise) mit eher aktuelleren Themen beschäftigen. „Schönfärberei“ oder „Menschen töten Menschen“ ist definitiv mehr als Uffta, Uffta, noch ein Dosenbier..
Der Song „Macht und Geld & Rassismus“ hat doch tatsächlich eine Länge von 5 Minuten…ist das noch Punk? So lange kann doch niemand ernsthaft Pogo tanzen!
Veröffentlichung übrigens neben CD auch als Tape! Lässig!

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Punkrock! Fanzine (#20)

Die erste Scheibe der Band und gleich der Hammer! Es handelt sich hierbei für mein Verständnis um geilen Deutschpunk! Der Schlagzeuger knüppelt sich gekonnt in einem schicken Tempo durch die Songs, die nicht zu melodiös und nicht zu monoton sind. Was mir sehr gut gefällt, es gibt immer mal wieder harte Schnitte bei den Anschlägen der Gitarre beziehungsweise der Rhythmik des Ensembles. Hier gibt es kein Übergangsgedöns, sondern eine Axt, die eingehauen wird und ab geht das Ganze! Der Sänger mit seinem leicht hörbarem norddeutschen Dialekt, bewegt sich in positiver Weise am Limit. Eine Mischung zwischen Singen und Krächzen. Mal sind die Stimmbänder kurz davor sich zu überschlagen, um dann wieder den Song kraftvoll nach vorne zu bringen. Thematisch treffen Don Kanaille auch genau meinen Geschmack. Es wird sich über Politik und Gesellschaft ausgekotzt. Ich glaube, ich habe also gerade ein Kaufempfehlung geschrieben. Bitte mehr davon! – Taube

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Plastic Bomb (#88)

Einen ersten Sympathiepunkt verdienen Don Kanaille für ihren Namen. Vielleicht noch nicht einmal für den Namen selbst, weil er eher ein bisschen blöd klingt, sondern dafür, dass er aus Käpt`n Balu und seine tollkühne Crew stammt. Da fühle ich mich gleich an idylische Kindheitstage erinnert. Einen weiteren Sympythiepunkt kriegt die Band, weil es einfach anerkennswert ist, wenn eine Band aus Nordwestmecklenburg eine engagierte, antifaschistische Haltung zeigt und das Herz genau am richtigen Fleck hat. Musikalisch ist die Band um Abwechslung bemüht und kann auch mit ihren Instrumenten umgehen. Leider will mich der deutschsprachige Punkrock von DON KANAILLE trotzdem nicht so richtig vom Hocker hauen. Aber testet das mal lieber selbst. – Daniel

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Ugly Punk

Zuckerbrot und Peitsche war mal, hier kommt Honig & Stacheldraht, die erste, selbstproduzierte CD der Deutschpunkband aus Mecklenburg. Benannt nach dem hoffentlich allseits bekannten Luftpiraten, begibt man sich also nicht auf nautische Kaperfahrt, fischt aber auch nicht in hohen Lüften. Denn Bodenständigkeit, die so gar nicht Disney-Konform ist, ist das was DON KANAILLE auszeichnet. Und nicht nur das. Vor allem aktuelle Themen aus dem sozialkritischen Bereich beschäftigen die Band aus dem Norden. Hier wird gegen die Auswüchse der modernen Gesellschaft gewettert aber auch zeitlose Themen wie Terror, Macht, Geld und Rassismus werden behandelt. Zwar nicht immer frei von Klischees und Plattitüden, dafür aus dem Bauch heraus und direkt. Natürlich ist das wirklich nichts neues, aber hier will man auch keinen Innovationspreis gewinnen, sondern Missstände anprangern, die einen beschäftigen. Und so gibt’s hier nicht das Geringste einzuwenden, denn von Peinlichkeiten ist man weit entfernt. Gleiches gilt für die musikalische Untermalung. Viel Neues wird nicht hervor gebracht, aber das was man zu hören bekommt ist durchaus zuträglich, mit einem erdigen Sound versehen und keineswegs stumpf. Vor allem treibende Riffs, akzentuierte Beats, kurze, prägnante Soli, ein stimmiger (Wechsel-)Gesang und gut arrangierte Tempowechsel tragen dazu bei. Ein bisschen mehr Druck würde dem Sound allerdings nicht schaden. Auf jeden Fall sticht diese Platte angenehm aus der Masse heraus. Da steckt wirklich Potential drin und lässt auf mehr hoffen. Wirklich was ‘besonderes’ isses natürlich nicht, aber das was DON KANAILLE hier macht, lässt sich schon hören und somit kann ich ganz klar eine Empfehlung für diese Scheibe aussprechen. – Mirko

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Ox Fanzine (#114)

DON KANAILLE umschreiben sich selbst mit Punkrock à la Flugpiraten aus NWM. Don wer? Flug was? Dem einen oder anderen sollten die Begriffe bekannt vorkommen, jedoch muss man da schon sehr weit in seine Kindheit zurückgehen. Egal, vergessen wir alte Trickfilme. Denn diese Band ist von heiler Welt sehr weit entfernt. Die Texte sind dementsprechend sehr gesellschaftskritisch und handeln unter anderem von Überwachung, Ignoranz etc. Auch musikalisch ist die Gangart dieser Crew eher rauh, was natürlich gut zum selbstgewählten Piraten-Image passt. Ein schrei-ähnlicher Gesang (teilweise leider etwas schwer verständlich), wenig Melodien und schnörkeloses Gitarrenspiel zeichnen die Band aus, was den Songs insgesamt viel Energie verleiht. „Honig und Stacheldraht“ ist das erste Album von DON KANAILLE und ein ganz solides Debüt. Leider fehlt das Booklet mit den Texten, aber immerhin ist diese Crew im Vergleich zum Seriencharakter Don auf der guten Seite der Welt angesiedelt. – Sven Grumbach

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Underdog Fanzine

Was braucht das Volk, wenn es beruhigt werden soll? Die Brot&Spiele-Taktik verhindert aktiven Widerstand. Übrig bleibt ein Restgefühl von Empörung oder Betroffenheit, um sich von irgendeiner Schuld reinzuwaschen, um sich rasch wieder in Konsumwahn einzugliedern. DON KANAILLE zögert nicht, drückt dir einen Stein in die Hand und weckt Ängste, die bisher in dir schlummerten. Angst vor Krieg, Macht, Geld&Rassismus. Angst, die dich lähmt, die dich einschränkt, weil du Dinge tun „musst“ und mit der „Angst vor Konsequenzen“ lieber gar nichts tust .Im Laufe der Jahre behalten wir diese Denkmuster und somit die Einschränkungen bei. Wegschauen, statt hinschauen. Dies kann ein Nährstoff sein, der die Urängste zum Leben erweckt. Die Angstspirale wird dabei meistens durch ein oder mehrere Ereignisse angestoßen, die den Menschen emotional belasten. Dagegen ist die laute Gitarre die symbolische Kraft des Fluchtwegs, immer bereit für den Sprung in „Hab Acht“-Stellung. Mauzi lauert im Hintergrund und springt dich an, sobald du seinen Blickwinkel kreuzt. Die Situation ist bedrohlich, dramatisch und schutzlos. Es ist niemand da, der uns trösten und unter die Arme greifen kann. Also hinein ins Blitzlichtgewitter der Überwachungskameras. Vielleicht hilft der 5-Minuten-Ruhm in der nächsten Reality-Show oder wenn du immer neue Dinge anschaffst, dass du dich ständig auf andere verlässt oder dich in deine kleine Welt zurückziehst. Ich hingegen nehme lieber den Stein in die Hand…